Die finanzielle Zukunft der Pflegekassen steht auf der Kippe: Die Lage sei so verheerend, dass „einzelne Pflegekassen im kommenden Jahr Liquiditätshilfen benötigen werden“, warnte jetzt der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Er betonte: Ohne tiefgreifende Reformen können auch Milliardenhilfen die Zahlungsunfähigkeit der Kassen nicht abwenden.
„Die Pflegeversicherung lebt auf Pump mit Darlehen des Bundes in Höhe von mittlerweile 4,2 Milliarden Euro“, monierte der Chef des GKV-Spitzenverbandes weiter. Erst im November hatte der Bundestag bei der Verabschiedung des Haushaltsplans für 2026 neue Milliardendarlehen für die Soziale Pflegeversicherung beschlossen.
„Das deckt 2026 zwar annähernd das Defizit, allerdings nur rein rechnerisch“, erklärte jetzt Blatt. Pleiten einzelner Kassen könnten so aber nicht abgewendet werden. „Dafür gibt es zwar ein geregeltes Verfahren, doch es zeigt, wie stark der Reformbedarf ist“, betonte der Chef des GKV-Spitzenverbandes weiter. Die erste Pflegekasse hatte bereits im Februar 2025 Hilfen aus einem dafür vorgesehenen Ausgleichsfonds beantragen müssen, um der Zahlungsunfähigkeit zu entgehen.
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