Im „Kampf gegen Rechts“ schrecken deutsche Haltungsjournalisten nicht einmal mehr davor zurück, in Nachrufen auf prominente Persönlichkeiten deren politische Ansichten hervorzuheben und zu geißeln. Diese Niedertracht hat einen vorläufigen Tiefpunkt in den Berichten über das Leben Brigitte Bardots erreicht.
„De mortuis nihil nisi bene“ (übertragen: Über die Toten soll man nur Gutes sprechen) – das galt seit der Antike über viele Jahrhunderte und schon gar in als seriös geltenden Medien. In moralistisch aufgeladenen Zeiten aber nimmt man übel, vor allem, wenn prominente Persönlichkeiten das Zeitliche segnen, die dem politisch-medialen Establishment nicht passen, weil sie sich dem herrschenden Zeitgeist nicht beugten.
Brigitte Bardot ist gestorben, die französische Filmschauspielerin und Sängerin, eine Ikone der 1950er- bis 1970er-Jahre. Sie war das Sinnbild der selbstbestimmten Weiblichkeit und Erotik; dafür wurde sie geliebt und bewundert. Dennoch mag der Haltungsjournalismus unserer Tage nicht darauf verzichten, die vermeintlichen Schattenseiten von „BB“ herauszustreichen – in Nachrufen, die nach dem Motto „De mortuis nihil nisi bene“ verfasst worden sein könnten.
Sexy und selbstbewusst: die junge Brigitte Bardot.
Brigitte Bardot war ein eigenwilliger und politisch engagierter Mensch. Sie kehrte mit Ende dreißig der Filmbranche den Rücken und widmete sich vor allem dem Tierschutz. Daneben äußerte sie sich auch politisch, allerdings nicht so, wie man es in deutschen Redaktionsstuben gerne hätte. Deshalb rufen ihr Haltungsjournalisten ins noch nicht einmal fertig ausgehobene Grab „Menschenfeindlichkeit“ nach. Bardots kritische Haltung etwa zur Migration, zur „MeToo“-Debatte oder zum Islam war allerdings ihr Recht als Bürgerin. Und es ist in einer freien Gesellschaft auch nicht in Ordnung, Meinungsäußerungen zu kriminalisieren.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











