Börsenwoche: Coole Börsianer, Märkte auf Rekordkurs

vor 11 Monaten

Börsenwoche: Coole Börsianer, Märkte auf Rekordkurs
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Eigentlich müsste man meinen, die Börsenwelt sei in heller Aufregung. Denn sollte Trump Handelspolitik nicht nur ein Druckmittel sein, um eine faire Welthandelsordnung mit allseits niedrigen (oder gar keinen) Zöllen durchzusetzen, würden die einzelnen Volkswirtschaften auf große Schwierigkeiten zusteuern – inklusive der USA, wo die meisten Waren für die Verbraucher massiv teurer würden und die Aktivitäten vieler Branchen massiv einbrächen. Denn Trump Politik ist in sich widersprüchlich.

Dazu einige Überlegungen: Zölle sind nichts anderes als Steuern auf ausländische Waren, die aus einem anderen Land eingeführt werden. Die US-Regierung nimmt zwar gerade mit den Zöllen einige hunderte Milliarden Dollar ein, aber sie zieht diese Milliarden den amerikanischen Verbrauchern aus der Tasche. Wer Waren importiert, muss die Steuern zahlen, und – üblicherweise – gibt er sie dann, über einen höheren Preis, an die Verbraucher weiter. Ein zweites Ziel ist, ausländische Waren vom eigenen Markt fernzuhalten und inländische Hersteller und Produzenten zu schützen. Und dann geht es noch um Reziprozität: Die EU hat Handelshemmnisse für bestimmte Waren errichtet, also führen die USA einen Zoll ein. Danach haben beide einen Anreiz, den bilateralen Handel zu erleichtern.

Zum Teil widersprechen sich die Ziele. Wer den eigenen Markt schützt, erreicht damit, dass die Importe zurückgehen. Das bedeutet aber auch, dass mit Zöllen keine großen Einnahmen mehr erzielt werden können. Und wer Handelsbarrieren abbauen will, wird im Idealfall gar keine Zolleinnahmen mehr erzielen. Auch das Arbeitsplatzargument zieht weder hierzulande noch in den USA. Wer nicht importiert, lässt dem Partner keine Chance, mit Exporten Geld zu verdienen. Über kurz oder lang hat der Partner dann kein Geld mehr, Waren zu importieren. So zerstört man seine Exportindustrie. So rettet man vielleicht Arbeitsplätze in bestimmten Sektoren, zum Beispiel in der arbeitsintensiven Fertigung, aber man verliert Arbeitsplätze in vielen anderen Branchen. Es entsteht eine Abwärtsspirale – und zwar aus dem Irrglauben heraus, der internationale Handel sei ein Nullsummenspiel – was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Aber so funktioniert der internationale Handel nicht. Europäische und amerikanische Verbraucher verlieren nicht, wenn sie T-Shirts aus Bangladesch oder China kaufen und dabei Geld sparen, weil diese günstiger sind als T-Shirts aus Portugal, Rumänien oder den USA.

Trumps weiteres Argument lautet, die USA hätten zwar ein Handelsbilanzdefizit. Das stimmt zwar, aber gleichzeitig fließt über die Kapitalmärkte viel Geld zurück, weil andere Länder zum Beispiel Anleihen der US-Regierung kaufen. Ohne Überschüsse in der Handelsbilanz könnte das Ausland nicht die riesigen Budgetdefizite der USA finanzieren.

Vor dem Wochenende haben sich die Anleger an den US-Börsen über deutliche Gewinne im Technologiesektor gefreut. Der Nasdaq 100 erreichte am Freitag ein Rekordhoch und verbuchte zum Handelsende ein Plus von gut 0,9 Prozent auf 23.611 Punkte. Erneut starke Apple-Aktien setzten die Akzente.

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