Das Wort „biodeutsch“ wurde am Montag zum Unwort des Jahres 2024 gewählt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Philipps-Universität Marburg hervor. In der Begründung heißt es, das Wort sei „rassistisch“. Zudem werde es „im öffentlichen und gesellschaftlichen Sprachgebrauch und insbesondere in den sozialen Medien verstärkt verwendet“ worden sein, „um Menschen vor dem Hintergrund vermeintlicher biologischer Abstammungskriterien einzuteilen, zu bewerten und zu diskriminieren“.
„Mit dem Wort biodeutsch wird eine rassistische, biologistische Form von Nationalität konstruiert“, heißt es in der Mitteilung weiter. Es werde also ein Zusammenhang zwischen „Deutschsein“ und Nationalität imaginiert, „den es nicht gibt“. In der Pressemitteilung erklärt die Universität außerdem, dass sich die Wahl zum Unwort nicht gegen den satirischen Gebrauch des Begriffs wende, sondern gegen den wörtlich gemeinten, der eine Unterscheidung zwischen vermeintlich echten Deutschen und Deutschen mit Migrationshintergrund anstrebe.
Ignoriert wird bei der Auswahl, dass das Wort ursprünglich von Linken verwendet wurde, um Deutsche ohne Migrationshintergrund zu bezeichnen. Zuerst soll das Wort vom linken Komiker Muhsin Omurca in einem Cartoon für die taz 1996 verwendet worden sein. In dem Cartoon sagt ein Mann zu seinem Nachbarn mit Teeglas und schwarzem Schnurrbart: „Der Unterschied zwischen dir und mir besteht darin, Hüsnü: Du bist ein getürkter Deutscher! Eine Fälschung! Und ich … Ich bin ein Original! Ein Bio-Deutscher.“
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