Am südlichen Rand von Wien, mitten in einem etwas abgelegenen Industriegebiet, befindet sich die „Royal Eventhalle“. Laut Website kann man die Räumlichkeiten für Hochzeiten, Verlobungen, Hennaabende oder Beschneidungsfeiern mieten. Am Montagabend fand in der Eventlocation jedoch ein ganz anderes Fest statt: Mehrere hundert Wiener Türken beziehungsweise Österreicher mit türkischem Migrationshintergrund kamen zusammen, um Iftar, das muslimische Fastenbrechen im Fastenmonat Ramadan, zu begehen.
An runden Tischen mit Platz für jeweils bis zu sieben Personen wurden Feigen, Fladenbrot, Salat, Linsensuppe und Rindfleisch serviert; zum Abschluss gab es Baklava. Im Hintergrund spielte typisch orientalische Livemusik. Die meisten Männer sind etwas formeller angezogen und tragen schwarze Anzüge. Frauen sind etwas weniger vertreten als Männer. Manche tragen Hijab, wieder andere sind sehr westlich gekleidet – ohne Kopftuch und mit Hosen. Jüngere Menschen sind wenig vertreten. Der Großteil scheint älter als 40 zu sein.
Ein ganz normales abendliches Fastenbrechen? Nicht ganz. Denn die Veranstaltung ist politisch. Der Ehrengast des Iftars ist Necmeddin Bilal Erdoğan, der Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Der 44-Jährige kam auf Einladung des Veranstalters, der sogenannten Union Internationaler Demokraten (UID). Die UID ist eine in ganz Europa agierende Vorfeldorganisation der türkischen konservativ-islamischen Regierungspartei AKP („Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“), die sich seit 2002 unter der Führung Erdoğans an der Macht hält. Der Hauptsitz der UID liegt in Köln. In Deutschland wird der Verein seit 2017 vom Verfassungsschutz beobachtet. Bevor der Erdoğan-Spross Halt in Österreich machte, besuchte er den deutschen Ableger.
Mit diesem Flyer lud die Union Internationaler Demokraten (UID) zum Fastenbrechen ein. Die Ankündigung, wie auch die gesamte Veranstaltung, war auf Türkisch.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











