Berlusconi kauft Joko und Klaas

vor 10 Monaten

Berlusconi kauft Joko und Klaas
Bildquelle: NiUS

Sie sind der personifizierte Kampf „gegen Rechts“, zwei Männer, die sich moralisch hoch erheben können in dem Wissen, stets weich zu fallen: Die Showmaster Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sind die Aushängeschilder des Senders ProSieben, der zur Sendergruppe ProSieben Sat.1 gehört. Ebendiese Gruppe wird nun vom Berlusconi-Konzern Media for Europe (MFE) gekauft. Damit arbeiten jene beiden Entertainer, die zuletzt fast nur noch dadurch Schlagzeilen machten, öffentlich ihre moralische Weste reinzuwaschen, unter dem Dach eines – aus linker Perspektive – europäischen „Rechtspopulisten“ avant la lettre.

MFE ist der größte private Medienkonzern Italiens, einst gegründet vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der damit das Privatfernsehen revolutionierte. Seit Berlusconis Tod 2023 wird das Unternehmen weitergeführt von dessen Kindern. Berlusconi regierte Italien mit Unterbrechungen rund neun Jahre, entwickelte sich wegen seiner Skandale und seiner dezidiert konservativen Ansichten zur Reizfigur der Linken.

Entsprechend besorgt kommentierte der stets um politische Korrektheit bemühte Deutsche Journalistenverband im Juli eine mögliche Übernahme der Sendergruppe: „Wir warnen bereits seit Längerem vor der Übernahme durch die Berlusconi-Erben. Zum einen aus Sorge um journalistische Arbeitsplätze, zum anderen wegen der bedenklichen Nähe der MFE-Medien zu rechtspopulistischen Positionen.“ Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat Bedenken und will im September den jetzigen MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi treffen.

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