Berlin will alles, außer Reformen

vor etwa 2 Stunden

Berlin will alles, außer Reformen
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Bundesregierung liefert also doch noch vor der Sommerpause ab – und zwar einen Hauch von Nichts. Eine Menge Getöse um nicht vorhandene Steuersenkungen, uninspirierte Bürokratieabbau-Prosa in Endlosschleife – am Status quo ändert sich kein Jota.

Beinahe schon bieder, wie zu Helmut Kohls Zeiten, lautet das Motto, unter dem die Reform verpuffte: „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ – das klingt in etwa so inspirierend wie ein Fördermittelantrag bei der KfW.

Ein wenig untergegangen in den teichartig gekräuselten Wellen der Berliner Reformpolitik: Aus Verlegenheit musste der Bundeskanzler den Telefonjoker ziehen. Ohne Ressentiment-Trigger geht in Berlin wohl nichts mehr. Geht es nach dem Willen der Regierungskoalition, sollen Krankmeldungen per Telefon künftig nicht mehr möglich sein. Wohlgemerkt: Es handelt sich zunächst lediglich um eine Verabredung zwischen den Berliner Besitzstandswahrern, die erst sämtliche Gremien und das Parlament passieren muss, bevor sich auch nur ein einziger potenziell Krankgeschriebener auf den Weg zum Hausarzt macht.

Das Ende der Telefonkrankschreibung wirft die Bundesregierung den ziemlich frustrierten Arbeitnehmern wie einen abgenagten Knochen vor die Füße. Ihr fühlt Euch von der Politik verraten und verkauft angesichts von anhaltender Sozialzuwanderung, explodierenden Lebenshaltungskosten und Zerstörung Eurer Jobs? Hier kommt Eure große Stunde der Vergeltung: Blaumachen wird ab jetzt zum Iron Man – wenigstens für deutsche Verhältnisse.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel