Eine neue Untersuchung zeigt, dass viele junge Menschen ihrer Zukunft in Deutschland zunehmend skeptisch gegenüberstehen. Laut der Studie „Jugend in Deutschland 2026 – Zukunft unter Druck“ kann sich fast die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen vorstellen, das Land dauerhaft zu verlassen. Konkret gaben 41 Prozent an, über Auswanderung nachzudenken, während rund 20 Prozent bereits konkrete Schritte planen. Befragt wurden zu Jahresbeginn etwa 2.000 Personen dieser Altersgruppe.
Die Mitautorin der Studie, Professorin Nina Kolleck von der Universität Potsdam, sieht in den Ergebnissen ein deutliches Warnsignal: „Viele junge Menschen fragen sich inzwischen ganz konkret, ob sie ihre Zukunft noch in Deutschland sehen.“ Als ausschlaggebende Gründe nennen die Forscher wirtschaftliche Unsicherheiten, die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und ein wachsendes Gefühl politischer Ohnmacht. „Damit wird Wohnen nicht nur zu einer Kostenfrage, sondern auch zu einer Standortfrage“, erklärte Kolleck.
Neben wirtschaftlichen Sorgen nennt die Studie vor allem geopolitische Entwicklungen als Belastungsfaktor: 62 Prozent der Befragten gaben an, die Kriege in Europa und im Nahen Osten machten ihnen zu schaffen. Jeweils 45 Prozent äußerten zudem Besorgnis über den Klimawandel und die globale Rolle von US-Präsident Donald Trump – erstmals wurde auch diese politische Dimension in die Erhebung aufgenommen.
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