Über zwei Euro für Benzin: Sobald sich wieder Schiffe in die Straße von Hormus trauen, ist der Öl-Schreck vorbei

vor 4 Monaten

Über zwei Euro für Benzin: Sobald sich wieder Schiffe in die Straße von Hormus trauen, ist der Öl-Schreck vorbei
Bildquelle: Apollo News

„Natürlich schadet das unserer Wirtschaft, sowohl die Öl- als auch die Gaspreise“, erklärte Friedrich Merz in Washington und machte auf die möglichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die in den letzten Tagen nach den Militärschlägen im Nahen Osten stark gestiegenen Rohstoffpreise aufmerksam. Doch er hatte auch eine Lösung parat: „Deswegen hoffen wir alle, dass dieser Krieg so bald wie möglich enden wird.“

Damit hat der Bundeskanzler recht. Wie lange Heizöl und Sprit noch teuer bleiben, hängt maßgeblich davon ab, wann die Durchfahrten an der Straße von Hormus wieder aufgenommen werden. 170 Schiffe sitzen derzeit im Persischen Golf fest und trauen sich nicht, durch die Straße von Hormus zu fahren. Die wichtigste Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs ist in jedem Falle die Beseitigung der Bedrohung durch den Iran und seine Terror-Proxys.

Eine physische Erdölknappheit besteht in Europa nämlich noch lange nicht. Aber der Iran hat mit seinem Blockadeversuch erfolgreich Unsicherheit geschürt – und die ist bekanntlich Gift für wirtschaftliche Unternehmungen, die einen stabilen und sicheren Ordnungsrahmen benötigen. Die Bedrohungslage in der Nähe des Iran (mehr dazu hier) hat fast alle Reedereien inzwischen dazu gebracht, die Durchfahrt an der Meerenge zu unterlassen.

Zu hoch scheint den Schifffahrtsunternehmen das Risiko, Frachter und Tanker durch Beschuss oder Seeminen zu verlieren (mehr dazu hier). Per Funk soll der Iran sie zum Unterlassen der Durchfahrt auffordern. Mehrere Frachter wurden tatsächlich von Projektilen getroffen und gerieten teilweise in Brand. Dabei ist die Straße von Hormus die Hauptroute für etwa 20 bis 25 Prozent der weltweiten Ölexporte. Bis zu 20 Millionen Barrel werden dort Tag für Tag in alle Welt verschifft. Eine dauerhafte Schließung der Straße hätte wegen dieser gewaltigen Mengen globale Auswirkungen, vor allem in Form höherer Ölpreise und in der Folge verschärfter Inflation.

Stiege der Ölpreis weiter von aktuell 83 Dollar auf 100 Dollar oder mehr und bliebe auf diesem Niveau, so rechnet das Institut der Deutschen Wirtschaft mit realen Einbußen bei der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,3 Prozent in diesem und 0,6 Prozent im nächsten Jahr. Gleichzeitig würden die Verbraucherpreise insgesamt demnach um 0,8 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent ansteigen – die Inflation könnte wieder außer Kontrolle geraten.

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