Die belgische Regierung erwägt den Einsatz von Soldaten zur Unterstützung der Polizei in der Hauptstadt Brüssel. Hintergrund sind zahlreiche Schießereien zwischen rivalisierenden Drogenbanden, die in den vergangenen Monaten die Stadt in Aufruhr gehalten haben.
Innenminister Bernard Quintin begründete den Vorschlag mit der angespannten Sicherheitslage. „Die Armee muss die Integrität des Staatsgebiets verteidigen.“ Dies würde normalerweise an „Grenzen oder weit darüber hinaus“ geschehen. „Aber auch der Kampf gegen die Drogenkriminalität fällt unter den Schutz unseres Staatsgebiets“, erklärte er gegenüber dem Magazin Politico.
Nach Angaben der Brüsseler Staatsanwaltschaft kam es allein in diesem Jahr zu 57 Schießereien in Brüssel, 20 davon in den Sommermonaten. Die Mehrheit dieser Vorfälle ereignete sich im Umfeld des Drogenhandels. Der Brüsseler Staatsanwalt Julien Moinil, der selbst unter Polizeischutz steht, warnte, dass auch Unbeteiligte gefährdet seien: „Jeder in Brüssel könnte von einer verirrten Kugel getroffen werden.“
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