Sie redet langsam, versucht Schwermut und Weltschmerz in jede Frage zu legen. Wenn Caren Miosga den ehemaligen grünen Außenminister Joschka Fischer befragt, soll wohl etwas Präsidiales durch den Raum wehen. Das gelingt nur mittelmäßig. Denn leider sitzt er so da, dass jeder Grünen-Schluffi neidisch würde. In T-Shirt, Jeans, bleichem Sakko und orthopädischen Stiefeletten erinnert er an den Beginn seiner politischen Karriere, als er 1985 als erster Turnschuhminister Deutschlands in die Geschichte einging. Die Weisheit des Alters, so es sie denn gibt, dürfte vermutlich anders aussehen. Und wenig Weisheit spricht aus den Worten von Großer Grüner Bruder.
Viel zu sagen hat er ohnehin nicht. Fischers Redebeiträge reduzieren sich auf ganz wenige Thesen. Die Wichtigste: Europa ist jetzt ganz allein und völlig auf sich gestellt. Die Amerikaner verweigern uns die Freundschaft, und wir müssen uns ganz dringend gegen Putin wappnen.
Was dagegen hilft? „Drei Dinge“, sagt Fischer. „Europa, Europa, Europa. Was denn sonst?“ Denn: „Trump zerstört mutwillig die Welt, in die ich hinein geboren bin.“ Old Schnattermund stimmt das große Klagelied an: „Demokratie wird ohne die USA schwächer.“ Deshalb hat er einen Leitsatz: „Man sollte immer vom Schlimmsten ausgehen.“ Na, damit ist er bei einer Miosga ganz richtig. Friedenspfeifen sind hier ständig alle.
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