Der Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi vor den Fernsehkameras der Welt hat für die deutsche Noch-Außenministerin Annalena Baerbock Konsequenzen: „Es bedeutet ebend auch, dass wir ganz anders und zwar viel stärker für unsere eigenen Interessen und unsere eigenen Werte als Europäer einstehen müssen.“ Für diese Erkenntnis brauchte sie einen längeren Anlauf, denn: „Wenn wir da als nüchterner Bürger auf diese Szenen schauen. Ich musste zweimal zwischendurch ausschalten, weil ich’s nicht ertragen konnte, in der Art und Weise, wie da mit dem ukrainischen Präsidenten umgegangen wird.“
Und was zieht Miosga aus dem Einspieler, der sogar korrekt untertitelt wurde? Graham habe Selenskyi „gewarnt, sich nicht zu sehr reizen zu lassen.“ Nur so passt es in diese Diskussionsrunde. Und die steigt munter ein: Armin Laschet (CDU) findet es seltsam, dass mit J.D. Vance „plötzlich der Vizepräsident da“ gewesen sei, „der sich in das Gespräch einmischt, und dann fallen sie alle übereinander. Jeder redet“. CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen stößt ins selbe Horn: „Warum der Vizepräsident in so ’ner Runde überhaupt zu Wort kommt, ist mir ein absolutes Rätsel.“ Aber Graham sei sowieso unglaubwürdig, weil er ständig die Meinung wechsele. Pleitgen malt Charakterzüge eines Markus Söder oder Wolfgang Kubicki: Graham sei „der größte Opportunist“.
Für Kriegsexpertin Claudia Major ist das entgleiste Gespräch zwischen Trump und Selenskyi Grund genug, die USA gleich zum neuen Feind zu erklären: „Es zeigt, dass die USA kein Verbündeter mehr sind. Dass sie sich immer mehr von den demokratischen Werten entfernen, dass sie immer autokratischer werden.“ Die USA seien „keine Schutzmacht mehr“, sondern „eher ein Risiko für uns in Europa. Wir müssen anerkennen, dass sich unser Verbündeter nicht mehr wie ein Verbündeter verhält, sondern zu einem Sicherheitsrisiko für Europa wird“.
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