In diesem Jahr finden wichtige Landtagswahlen statt. Gerade mit Blick auf die östlichen Länder wird mit großer Spannung erwartet, wie die Bürger dort wählen werden. In den Umfragen führt die AfD haushoch. Noch ist es aber zu früh zu sagen, wie die Wahlen ausgehen. Trotzdem ist für viele Mainstream-Journalisten klar, dass der Osten sich von „unserer Demokratie“ verabschiedet. Die hohe Zustimmung der ostdeutschen Bevölkerung zur im linksliberalen Lager verachteten AfD führt bei manchen zu Hysterie und Panik. Es wird ein Zerrbild eines Dunkel-Deutschlands gezeichnet, welches sich von Demokratie und Rechtsstaat abwendet.
Die Intensität, mit der Ostdeutsche von linksliberalen Journalisten wegen ihrer freien und demokratischen Entscheidung als Schmuddelkinder in die antidemokratische Ecke gestellt werden, hat wegen der zu erwartenden AfD-Siege nochmal zugenommen. Wählen die Ossis nicht wie gewünscht, dann ist gleich die Demokratie in Gefahr. Am späten Donnerstagabend spricht Talkshow-Gastgeber Markus Lanz mit seinen Gästen über die Lage in Ostdeutschland. In der Sendung prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite sitzt mit Zeit-Journalistin Jana Hensel jemand in der Sendung, die Ostdeutschen unterstellt, es würde mehrheitlich ein antidemokratischer Umsturz befürwortet.
Auf der anderen Seite sitzt mit CDU-Mann Sepp Müller ein ostdeutscher Politiker in der Runde, der mehr Politisierung wahrnimmt, aber auch Unmut über politische Ignoranz. Hinzu kommen westdeutsche Diskutanten, die eher nicht in das Konzept der Sendung passen, weil ihnen die Ost-Biographie fehlt. Der Talk wird sehr emotional geführt und es geht mitunter hochher. Spannend wäre es gewesen, wenn Lanz auch Stimmen aus der ostdeutschen Zivilgesellschaft geladen hätte. Denn am Ende spricht man wie so oft pauschal über die Ostdeutschen, anstatt mit ihnen zu sprechen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











