Bei Lanz: SPD kämpft jetzt gegen „neue Adelskaste“

vor 3 Monaten

Bei Lanz: SPD kämpft jetzt gegen „neue Adelskaste“
Bildquelle: Tichys Einblick

Leugner-Lanz am Limit. Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer redet sich und seine Partei um Kopf und Kragen. Mit minutenlangen Wortgirlanden lamentiert der bekennende Marxist gegen „die da oben“, die nichts tun und nur das arbeitende Volk knechten. Konkret sieht er allen Ernstes „so ’ne Adelskaste“, die man gefälligst endlich zur Kasse bitten müsse. Genauer: 900.000 Privatiers, „die Reichtümer ansammeln“ und denen man mit einem Spitzensteuersatz von 56 Prozent endlich zu Leibe rücken müsse. Es seien schließlich „Superreiche, die völlig abgelöst sind von der Realität und deren Geschäftsmodell darauf beruht, die breite Mehrheit auszubeuten“. Sie würden sich bei der Verantwortung für das Land komplett rausnehmen. Millionen-Gebühren-Mann Lanz fragt nach: „Haben Sie gerade gesagt ‚die sich komplett rausnehmen‘? Die zahlen doch in der Regel Spitzensteuersatz.“

Doch Türmer redet sich richtig in Rage. Dabei gestikuliert er wie Klima-Luisa auf Speed, er gibt den Klassenkämpfer, schwingt im Sessel hin und her, vor und zurück, ballt die Faust und surft durch die unendlichen Weiten seines Textbaukastens („Mir geht es darum, dass wir uns nicht mehr hinter Worthülsen verstecken“), dass es nur so eine Freude ist. Jedenfalls für all jene, die auf Platzpatronen und Blendgranaten stehen.

Türmer sagt, er selbst würde gern auch länger bis zur Rente arbeiten als jemand, der ohne Studium gleich ins Erwerbsleben gestartet ist. Was er vergisst: Er ist hier nicht auf dem Parteitag, hier nimmt ihm solche larmoyanten Lippenbekenntnisse niemand ab. Türmer ist Absolvent zweier Studiengänge und war seitdem stets und ausschließlich strammer Parteisoldat. Er hat sich hochgebuckelt und mit normaler Arbeit noch nie irgendwelche Berührungspunkte gehabt. Seine typische Sozi-Schizophrenie verpufft daher. Kein Ralf Stegner im Raum, der vielleicht sein Spiegelbild erkennen und müde klatschen würde. Und dennoch: Türmer findet einfach kein Ende.

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