Bayerischer Verlag entfernt Thema „Linksextremismus“ aus Politik-Schulbüchern

vor etwa 1 Jahr

Bayerischer Verlag entfernt Thema „Linksextremismus“ aus Politik-Schulbüchern
Bildquelle: Apollo News

„Deutschland bleibt bunt“ steht auf einem Plakat, das mit zwei Regenbogen bemalt ist. Dieses Motiv ziert das Cover der Neuauflage des Politikbuchs für die 9. Klasse in Niedersachsen des C.C. Buchner Verlags. Das neue Titelbild könnte als Symbol für die inhaltliche Ausrichtung des Buches gesehen werden: Der Verlag hat sich nämlich entschieden, Linksextremismus darin erstmalig nicht mehr zu thematisieren. Die Neuauflage unter dem Titel „Politik und Co. – Niedersachsen – neu“, die ab 2025 gilt, befasst sich nur noch mit Rechtsextremismus.

In der alten Auflage von 2021 wird die Definition des Verfassungsschutzes von Links- und Rechtsextremismus einander gegenübergestellt. Auch Zahlen aus der Statistik für politisch motivierte Kriminalität aus den Jahren 2018 und 2019 beider Phänomenbereiche werden miteinander verglichen. Zudem gibt es Meinungsbeiträge, die darüber diskutieren, ob beide Arten von Extremismus gleichzusetzen sind oder nicht. In der Neuauflage fehlt das alles.

Stattdessen geht es um den Correctiv-Bericht zu dem Potsdamer Treffen, Hassrede und wie man mit vermeintlichen Extremisten im eigenen Umfeld umgehen soll. Apollo News hat den Verlag zur inhaltlichen Neuausrichtung befragt. Außerdem wollte Apollo News angesichts der gravierenden inhaltlichen Schwerpunktveränderung vom niedersächsischen Kultusministerium wissen, warum die Neuauflage bis 2030 genehmigt wurde.

In der alten Auflage wird die Definition des Linksextremismus des Verfassungsschutzes zitiert, im Wortlaut von 2020: „Linksextremisten wollen die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung und damit die freiheitliche Demokratie beseitigen und diese durch ein kommunistisches beziehungsweise anarchisches, herrschaftsfreies System ersetzen.“ Gewalt gegen vermeintliche Unterdrücker gelte im Linksextremismus als legitim.

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