Wenn klassische Anlageformen wie Staatsanleihen immer weniger Rendite abwerfen, gleichzeitig aber anstehende Zahlungsverpflichtungen eine Mindestrendite erzwingen, gibt es nur eine Konsequenz: Man bewegt sich auf der Risikokurve weiter nach außen. Genau dies ist im Fall der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) geschehen. In ihrer Zinsnot investierte die Kammer in den vergangenen Jahren rund 1,6 Milliarden Euro in Immobilienprojekte in den USA, die sich nun angesichts der Krise im gewerblichen Segment und der aktuellen wirtschaftlichen Lage als unrentabel erweisen.
Der Schwerpunkt des Immobilienengagements der BVK lag vor allem bei Bürogebäuden und leerstehenden, sanierungsbedürftigen Objekten in Manhattan und Miami. Darüber hinaus gehörte auch die Transamerica-Pyramide in San Francisco zu den ausgesuchten Einzelinvestitionen der BVK. Medienberichten zufolge musste die Kammer für das Jahr 2024 eine Abschreibung in Höhe von 160 Millionen Euro realisieren, wobei davon auszugehen ist, dass sich die gesamten Abschreibungen dieser Projekte auf einen Betrag von etwa 700 Millionen Euro kumulieren werden.
Operativ hatte die BVK das Geschäft dem US-Investor Michael Shvo anvertraut. Shvo wurde 2018 wegen Steuerbetrugs verurteilt – man ignorierte sämtliche Warnsignale, was intern erste Konsequenzen nach sich zog: Zwei Investmentmanager wurden entlassen, und auf Druck der bayerischen Staatsregierung findet derzeit ein externes Audit statt. Für die BVK könnten nun mögliche Schadenersatzforderungen in Deutschland und Prozesse in den USA bevorstehen. Gleichzeitig betont die Kammer, dass die Rentenzahlungen nicht akut gefährdet seien, da ein langfristiger Anlagepuffer die Zahlungsverpflichtungen absichere.
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