In Anlehnung an Wagners Meistersinger und deren Lobeshymne: „Verachtet mir die Meister nicht, und ehret ihre Kunst“, könnte man diese Aufforderung auch auf die europäischen Autohersteller und das Kleinst- und Kleinwagensegment der A- und B-Klasse am Automobilmarkt umdeuten. Die noch vor wenigen Jahre bei allen Auto-Herstellern verpönten und deshalb peu à peu aussortierten Kleinwagen erleben zurzeit eine Wiedergeburt. Geburtshelfer sind dabei – zugegeben höchst unerwünscht – chinesische Autohersteller, die dabei sind, den europäischen Markt mit elektrischen Kleinwagen zu günstigen Preisen von unten aufzurollen.
Wer kennt nicht die Marken der im letzten Jahrzehnt aussortierten Kleinwagen in Europa: Peugeot 108, Ka, Smart, Smart fortwo, VW Up, Renault Twingo, Fiesta, demnächst Focus … die Reihe ist lang. Das sogenannte A/B-Segment wurde von Europas Herstellern in den letzten Jahren zunehmend verlassen bzw. vernachlässigt. Die Kosten für die Elektrifizierung waren hoch, die Gewinne wegen geringer Stückzahlen niedrig – also raus damit! Nur „big and luxury“ war gefragt. Im Gegensatz dazu hielt Toyota mit dem Kleinstwagen Aygo dem Einstiegssegment die Treue.
Die Gründe für die europäischen Hersteller der Kleinwagensegmente sind vielfältig – und für Controller auch nachvollziehbar, für Vertriebsfachleute eher nicht: Kostendruck durch geringe Stückzahlen sowie sinkende Margen als Folge der durch die EU geforderten Sicherheitstechnik sowie die immer schärferen Emissionsgrenzwerte hatten die Segmente unlukrativ gemacht.
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