Autoindustrie im Stimmungstief: Ifo-Indikator fällt auf minus 18,7 Punkte

vor 3 Monaten

Autoindustrie im Stimmungstief: Ifo-Indikator fällt auf minus 18,7 Punkte
Bildquelle: Tichys Einblick

Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl: „Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als im Vormonat. Die Geschäftserwartungen stiegen dagegen.“ Der Auftragsbestand wurde erneut besser beurteilt – der Indikator kletterte seit September 2025 kontinuierlich und erreichte minus 13,5 Punkte. Auch die Exporterwartungen legten zum vierten Mal in Folge zu. Besonders auffällig: Die Beschäftigungserwartungen verbesserten sich von minus 44 auf minus 19,8 Punkte.

Wölfl sieht darin ein Signal, dass der seit 2022 laufende Stellenabbau sich verlangsamen könnte. Erste amtliche Zahlen der Bundesagentur für Arbeit unterstützen das: Im ersten Quartal 2026 wurden wieder mehr neue Stellen für auto-relevante Berufe gemeldet. „Damit scheint der Rückgang an neuen Stellen, der seit 2022 zu beobachten war, zu einem Halt gekommen zu sein“, sagt Wölfl.

Die Branche kämpft aber weiterhin mit strukturellen Belastungen: Hohe Energiekosten, strenge EU-Regulierungen zur Verbrenner-Flotte und der harte Wettbewerb aus China drücken auf die Stimmung. Gleichzeitig wächst der Anteil der Elektrofahrzeuge, doch die Gesamtproduktion bleibt weit hinter früheren Hochs zurück. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) prognostiziert für 2026 nur eine leichte Erholung der Pkw-Neuzulassungen auf 2,9 Millionen Einheiten (+2 Prozent). Die Inlandsproduktion soll hingegen um ein Prozent auf 4,11 Millionen sinken. Der Anteil elektrischer Pkw steigt weiter auf Rekordniveau, doch das Vorkrisenniveau von 2019 wird weiterhin deutlich unterschritten.

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