Deutschland ist Murmeltiertagland. Genau heute vor fünf Monaten erschütterte der Messeranschlag in Solingen Gesellschaft und Politik. Ausgerechnet beim Festival für Vielfalt. Vor einem Monat der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten und hunderten teils Schwerverletzten. Nun Aschaffenburg.
Zehn Jahre ist der Anschlag auf Charlie Hebdo her. Das Karussell aus Beileid, Ankündigungen und Schweigen ist eingeübt. Wir kennen es seit Bataclan, seit Nizza, seit Berlin. Die Bekundungen sind umso lauter, je näher die Wahlen sind. Geschehen ist wenig. Die Reaktionen gleichen sich.
Doch es hat sich etwas verändert. Daran haben auch neue Medien ihren Anteil. Und weil sich die Perspektive erweitert. Das Opfer, das zweijährige Kindergartenkind aus Aschaffenburg, hatte marokkanische Wurzeln. Der erstochene junge Mann von Bad Oeynhausen, Philippos T., stammte aus einer griechischen Familie. Auf dem Weihnachtsmarkt von Magdeburg waren nicht nur Menschen, die man mit dem aktuellen Unwort als „biodeutsch“ bezeichnen würde.
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