Wie soll man es nennen, wenn ein Mann sich die großen Chancen seines Lebens kaputt macht, weil er im falschen Moment das Falsche tut? Armin Laschet wollte Bundeskanzler werden – aber lachte 2021 im Angesicht der Flutkatastrophe vom Ahrtal und wurde dabei fotografiert. Er hätte bald (womöglich) Außenminister werden können – und wurde mit Tempo 97 in einer Aachener Tempo-50-Zone geblitzt. Lappen weg, Ministerposten weg.
Ist es ein undankbares Schicksal, das Armin Laschet übel mitgespielt hat? Sind es Intrigen, über die der brave Mann gestolpert ist? Alles nicht. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Man lacht nicht im Angesicht des Todes. Man fährt nicht doppelt so schnell, wie man darf.
Vertrauen und Anstand – das waren die wichtigsten Worte in seiner Bewerbungsrede zum CDU-Kanzlerkandidaten vor vier Jahren. Er hielt die Erkennungsmarke seines Vaters hoch. Sein Vater war Steiger. Wenn er wieder über Tage war, so erzählte der Sohn, hängte er die Marke an den Haken mit seinem Namen. Hätte die Kumpels seine Marke nicht an ihrem Platz gesehen, hätten sie ihn zu suchen begonnen. Eine Sache des Vertrauens.
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