Ruhe vor dem Sturm? – 400 km durch Armenien zur iranischen Grenze

vor 4 Monaten

Ruhe vor dem Sturm? – 400 km durch Armenien zur iranischen Grenze
Bildquelle: Tichys Einblick

Nach Deutschland zu telefonieren ist hier nirgends ein Problem. LTE und 5G scheinen in Armenien überall gut ausgebaut zu sein. Selbst hoch oben in den Bergen habe ich immer guten Empfang gehabt.

Auch habe ich mir für dieses Abenteuer zum ersten Mal eine eSIM-Karte geholt – eine internationale, sodass ich beim Länderwechseln nicht für jedes Land am Flughafen eine neue Karte besorgen muss. Funktioniert gut, ist aber im Vergleich durchaus teurer. Die Verbindungen in Armenien sind besser als in Mecklenburg oder zwischen Harz und Heide, aber das erfahren Deutsche ja in den allermeisten Ländern der Welt.

Mein Ziel war die armenisch-iranische Grenze, der einzige offene Grenzübergang bei Agarak im Südosten. Hingefahren bin ich mit einem dieser Sieben- bis maximal Zehn-Personen-Busse vom Busbahnhof Jerewan aus. Fast 400 Kilometer für umgerechnet 14 Euro bei sieben bis acht Stunden Fahrt. Landschaftlich eine wunderschöne Strecke entlang hoher Berge. Hier ist alles schneebedeckt, steinig, felsig, alpin – kurz: wildromantisch. Zwischendurch entdeckt man Seilbahnen, die zu irgendwelchen Klöstern führen. Zu einer anderen Jahreszeit ist das hier ein wunderschönes und spannendes Urlaubsgebiet.

Aber ich bin hier, weil die US-Amerikaner und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen haben – und Armenien grenzt mit einer 40 Kilometer langen Grenze unmittelbar an den Iran. Bis Teheran selbst sind es aber immer noch weitere 800 Kilometer, bis ans südliche Ende des Iran noch einmal ein Vielfaches dessen.

Militär habe ich bis auf drei Soldaten im Tarnfleck, die mit mir gestern schon bis zur Grenze gefahren sind und dort wohl ihren Grenzdienst machen, keines gesehen. Aber diese Grenzschützer sind nicht sonderlich präsent. Sichtbar ist eher die Border Patrol, die Grenzkontrolle des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation (FSB), die bereits seit 1992 Teile der armenischen Grenzsicherung übernommen haben bzw. mindestens personell helfen.

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