In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung widersprach der Vorsitzende der ARD, Florian Hager, der Kritik von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Insbesondere die Forderung nach mehr „Neutralität“ in der Berichterstattung wies Hager zurück. „Das Wort kommt in unserem Auftrag gar nicht vor“, sagte er. Maßgeblich seien vielmehr Objektivität und Überparteilichkeit. Mit Blick auf Klöckners frühere Tätigkeit im Rundfunkrat des SWR ergänzte Hager: „Das müsste Frau Klöckner als früheres Rundfunkratsmitglied des SWR eigentlich wissen“.
Auslöser der Reaktion war ein Interview Klöckners in der Bild am Sonntag. Darin hatte sie den öffentlich-rechtlichen Sendern mangelnde Selbstreflexion vorgeworfen, mehr politische Live-Berichterstattung gefordert und den Eindruck geäußert, veröffentlichte und öffentliche Meinung entfernten sich zunehmend voneinander.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe den Auftrag, ein breites und vielfältiges Publikum zu erreichen; Hager zufolge wolle man „alle Menschen“ erreichen. Dazu gehörten Formate „mit Themen, die sie bewegen, über die sie lachen oder auch weinen können“ sowie Geschichten, „in denen sie sich wiederfinden“. Belehren wolle man niemanden, sondern Zuhören und Verstehen ermöglichen.
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