Zum ersten Mal sind Aprilscherze von normalen Politiker-Aussagen nicht mehr zu unterscheiden

vor 3 Monaten

Zum ersten Mal sind Aprilscherze von normalen Politiker-Aussagen nicht mehr zu unterscheiden
Bildquelle: NiUS

Der Aprilscherz ist tot – wie die politische Satire. Seit das, was man in den Nachrichten oder aus den Parteien hört, an Irrsinn kaum noch zu überbieten ist, fällt es Spöttern schwer, das alles noch irgendwie zu überzeichnen. Schon morgen kommt jemand mit einer noch verrückteren Äußerung um die Ecke.

Eigentlich dachte man ja, mit dem Ende der Ampel hätten wir das Schlimmste hinter uns. Hunderttausende Kilometer entfernte Länder, eine 360-Grad-Wende, von Atomstrom verstopfte Netze, Grundlasthühner, Firmen, die nicht insolvent gehen, sondern nur aufhören zu produzieren. Politiker, die sich als „so etwas wie euer Häuptling“ vorstellen. Ein Karl Lauterbach, der jeden Tag wirr vor sich hinredet, eine Renate Künast, die neben einer Statue von Abraham Lincoln posiert und dazu schreibt: „Washington in Washington. Und ich.“

Wie gesagt, man dachte, es sei vorbei. Das war ein Irrtum, muss ich zugeben. Heute gehen aufgrund einer frei erfundenen Geschichte eines Haltungsportals Millionen Menschen auf die Straße oder lassen sich einreden, schlimme schweinische Bilder im Internet seien mindestens genauso schlimm wie echte Sexualverbrechen, und gehen demonstrieren, während allein 700 Gruppenvergewaltigungen im Jahr einfach ignoriert werden – die falschen Täter …

Ein Wolf schnürt durch die Millionenstadt Hamburg. Nicht durch einen Vorort – durch zentrale Viertel. Er fällt sogar eine Frau an und beißt ihr ins Gesicht. Den Problembären hat man damals in Bayern erschossen, aber beim Wolf ist der Deutsche sensibel: Das Bundesnaturschutzgesetz verbiete den präventiven Abschuss eines streng geschützten Tieres, meint Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank. Eine aktive Treibjagd in der Stadt wäre „ein unkalkulierbares Risiko“ gewesen, es hätte zu Unfällen oder Panikreaktionen kommen können.

Den Gag des Postillon, nun setze man in Hamburg Grizzlybären aus, um Wölfe fernzuhalten, könnten die Fegebanks dieses Landes als Inspiration ernstnehmen, auszuschließen ist das nicht mehr.

Ein Scherz des Postillon – noch ...

Der Satire-Account Annalena Baerbock Parody auf der Plattform X twittert mit Bezug auf die Pläne der Justizministerin Hubig: „Videos mit Versprechern von mir sind Deepfakes. Zukünftig wird die Verbreitung hart bestraft.“ Derweil stottert sich die wahre Baerbock in Englisch durch New York.

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