In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unser Preisträger Stephan Detjen.
Wieder einmal zeigt sich, wie tief verwurzelt der antisemitische Reflex der Täter-Opfer-Umkehr in Teilen der deutschen Kommentarliteratur sitzt. In seinem Deutschlandfunk-Kommentar zur deutschen Israelpolitik stilisiert der Chefkorrespondent des Deutschlandradios, Stephan Detjen, Israel zum Tätervolk und legt dabei eine Denkfigur offen, die der antisemitischen Tradition deutscher Schuldabwehr treu bleibt.
Besonders deutlich wird dies, als Detjen die Tränen deutscher Spitzenpolitiker – von Friedrich Merz bis Joachim Gauck – als „blind für die Gegenwart“ abtut und sie in Kontrast zu „Kriegsverbrechen“ Israels setzt. Damit wird eine perfide Parallele aufgemacht: Die Deutschen seien einst Zuschauer beim Holocaust gewesen – heute sei Israel der Täter, und wer Solidarität mit dem jüdischen Staat zeigt, verschließe die Augen vor einem „Völkermord“.
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