In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unsere Preisträgerin zum zweiten Mal Sophie von der Tann.
Für ihre – zugunsten der Palästinenser – voreingenommene Berichterstattung aus Nahost heimste die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann gestern eine weitere Auszeichnung ein: den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Ausgerechnet. Der dekretierte einst, wenn Gefühle geweckt würden und sich erhitzten, müssten Journalisten „cool bleiben“. Sein Motto für einen kritischen Journalisten lautete bekanntlich: „Distanziert bleiben, nicht mit der Sache identifizieren, auch nicht mit einer vermeintlich guten.“
Die Preisträgerin jedoch verfährt ausweislich ihres Wirkens seit Jahren aber nach dem Motto: Ein Journalist sollte sich mit keiner Sache gemein machen, außer mit einer sehr schlechten. Und die lautet prägnant zusammengefasst: Es ist das Bestreben der allermeisten Palästinenser, besonders jener in Gaza, den Staat Israel zu beseitigen. Das ist die eigentliche „palästinensische Sache“. Und genau die wird von Sophie von der Tann gewohnheitsmäßig unterschlagen.
Er war kein „Haltungsjournalist“: Hanns Joachim Friedrichs.
Sie fokussiert vor allem auf palästinensisches Leid – das allerdings palästinensische Terroristen in ihrem Dschihad gegen den jüdischen Staat über sie gebracht haben. Davon hört man aber so gut wie nichts aus dem ARD-Studio in Tel Aviv. Von der Tann brachte es sogar fertig, die Hamas als „militante Palästinenser“ zu verharmlosen. Laut FAZ tat sie sich schwer, sie als „von der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppe“ zu bezeichnen.
An anderer Stelle sagte sie zum Besuch eines rechten israelischen Ministers auf dem (auch den Juden heiligen) Tempelberg in Jerusalem: „Nun ist das ja eine klare Provokation in Richtung Palästinenser. So sieht es zum Beispiel die Hamas.“ Na, wenn die es so sieht …
Wenige Tage vor der Verleihung berichtete die Welt, dass von der Tann Ende Oktober bei einem internen Hintergrundgespräch im ARD-Studio Tel Aviv sagte, die Massaker vom 7. Oktober 2023 hätten eine „Vorgeschichte“. Nun hat alles eine Vorgeschichte, nur sieht die in diesem Fall anders aus als von der Korrespondentin gemeint. Am Ende bleibt jedenfalls nur die Feststellung der Relativierung. Für ein Massaker an 1200 Menschen, dem brutalsten Verbrechen an Juden seit der Shoah, kann es keine rationale Erklärung geben, so wenig wie für den Holocaust selbst. Der damalige bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle war Zeuge des Gesprächs und bekräftigte später die Vorwürfe der Relativierung.
Verständlich, dass sich viel von der weiteren Ehrung für von der Tann entsetzt zeigen. Die FAZ schrieb, sie stehe „stellvertretend für die verzerrte Berichterstattung über den Nahostkonflikt, die uns ARD und ZDF bieten“. Der Reserve-Armeesprecher der israelischen Streitkräfte, Arye Shalicar, bezeichnete sie sogar als „das Gesicht vom neudeutschen Juden- und Israelhass“.
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