Antisemit der Woche: Felix Blume, ehemals Kollegah, für sein Lebenswerk

vor etwa 2 Monaten

Antisemit der Woche: Felix Blume, ehemals Kollegah, für sein Lebenswerk
Bildquelle: NiUS

In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unser Preisträger Felix Blume, bekannt als Rapper Kollegah.

Darf man jeden, der Israels Politik kritisiert oder den Krieg im Gazastreifen oder die Allianz zwischen den USA und Israel, einen Antisemiten schimpfen? Natürlich nicht. In seinem Track „Killuminati“ holt der HipHopper Felix Blume, der besser als Kunstfigur Kollegah bekannt ist (weshalb er in diesem Text mal so, mal so genannt wird), wie gewohnt den verbalen Vorschlaghammer raus, beim Battle-Rap werden nun einmal keine Gefangenen gemacht.

In „Killuminati“ – einem Hybrid aus den Wörtern „kill“ (töten) und „Illuminati“ (die Erleuchteten) – lauten einige Punchlines so: „Guck, ich will, dass ihr verrottet für paar Jahre hinterm Zellentor. Und danach für den Völkermord in Gaza in der Hölle schmort.“

„Komm ma’ ran, Donald Trump, du kannst mir hier viel erzähl’n, aber mach mir nicht auf Boss, du Handpuppe Israels.“„Schickst Soldaten in den Tod, machst dir die Hände dreckig, für eine verblendete, messianische Endzeitsekte.“

Nun ist Blumes Einstellung zu Israel seit einigen Jahren bekannt, und seine Lyrik setzt ohnehin seit jeher auf kalkulierte Grenzüberschreitungen, Provokationen und Tabubrüche. Er drückt nur vulgärer aus, was ein Michael Lüders so nicht sagen würde, obwohl er dasselbe meint. Insofern ist da nicht zwangsläufig die Verbreitung antisemitischer Klischees herauszuhören, auch wenn Juden als heimliche Strippenzieher (die sogar den Präsidenten im Weißen Haus nach Belieben tanzen lassen können) hinter den Kulissen eigentlich schon dazugehören. Und vom „Völkermord in Gaza“ quatscht inzwischen jeden Tag irgendjemand im Radio oder Fernsehen.

Aber in der Rückschau wird schon ein gewisses Muster deutlich, das Blumes antisemitisch grundiertes Weltbild recht klar erscheinen lässt, nicht nur in der Summe der Indizien. Ironischerweise ist dabei der Skandal um den „Echo“ 2018 – dessen Verleihung dann auch die letzte sein sollte – gerade nicht der überzeugendste Beleg. Anlass war damals die Textzeile „mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Das Lied „08/15“ mit dieser Zeile fand sich auf dem Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“, für das Kollegah und Farid Bang den Musikpreis bekommen hatten. Die provokante Zeile wird immer wieder Kollegah zugeschrieben, stammt aber aus der Feder seines „Bruders“ Farid Bang.

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