In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche sind unsere Preisträger Pro-Hamas-Demonstranten in Berlin.
Die Skala der Geschmacklosigkeiten bei antisemitischen Demonstrationen ist seit jeher nach unten offen, aber am Mittwoch wurde in Berlin-Mitte wohl ein neuer Tiefpunkt erreicht: Mitten auf dem Alexanderplatz, im Herzen der Stadt, in der die Nazi-Führung den Holocaust plante, findet eine der zahllosen Kundgebungen statt, bei denen der jüdische Staat dämonisiert wird.
Unter einem improvisierten Galgen stehen vier Gestalten in hellen Overalls, mit Kufiya (Palästinensertuch) und Kapuze überm Kopf. Daneben kauert eine weitere Person, in eisernen Ketten gehalten und erniedrigt von einem Mann in Camouflage-Kampfanzug und mit Basecap, der sie immer wieder Richtung Boden drückt und stößt, was wohl eine Erniedrigung durch einen israelischen Soldaten darstellen soll (die allerdings keine Tarnfleckanzüge tragen).
Bizarre Aufführung vor den Augen von Passanten und Kindern
Angemeldet war die kranke Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit den palästinensischen Gefangenen“. Der Polizei hatten die Veranstalter die „Durchführung eines Theaterstücks“ angekündigt. Die bizarre Szene wurde mit arabischer Musik beschallt, eine Teilnehmerin der Propaganda-Kundgebung, der etwa hundert Demonstranten beiwohnten, rief ins Mikrofon: „There is only one state, Palestine 48“, dergestalt keinen Zweifel daran lassend, dass für einen Staat Israel in der Region kein Platz vorgesehen ist. Allerdings war „Palestine 48“ noch bis zum von den Arabern begonnenen Krieg im Mai britisches Mandatsgebiet.
Die simulierte Hinrichtungsszene spielt auf ein kürzlich vom israelischen Parlament mehrheitlich beschlossenes Gesetz an (das noch vom Obersten Gerichtshof gekippt werden kann), das die Verhängung der Todesstrafe für Personen vorsieht, die wegen tödlicher, als Terrorismus eingestufter Angriffe verurteilt werden. Es wird oft als „rassistisch“ verurteilt, weil es in der Praxis Palästinenser erwischen könnte, die in der Westbank, die noch zum Teil unter israelischer Kontrolle steht, Terroranschläge auf Siedler verüben. Die Todesstrafe würde aber nur Mörder treffen – wenn niemand getötet wird, kommt sie nicht zur Anwendung.
Widerlich: Palästinenser-Propaganda auf dem „Alex“
Dafür wären auch europäische, amerikanische, asiatische oder afrikanische Täter „dran“, wenn sie tödliche Attacken verüben. Das interessiert die Protestler auf dem Alexanderplatz aber nicht, weil sie Terror gegen Juden als „legitimen Widerstand“ betrachten und hier so tun, als wären die Mörder, die hingerichtet werden sollen, eigentlich die Opfer, und zwar von israelischem Rassismus.
Von diesen Leuten ist auch nie etwas zu hören gewesen, wenn in den Palästinensergebieten (selbstverwaltet seit mehr als 30 Jahren) Todesurteile vollstreckt wurden. In der Westbank werden sie noch immer verhängt, üblicherweise nach Verfahren, die internationalen Standards nicht entsprechen, aber seit einigen Jahren nicht vollstreckt, weil sie für die Weltöffentlichkeit und die westlichen Geldgeber zu sichtbar wären.
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