Eine Explosion, splitternde Scheiben – in der Nacht von Donnerstag zu Freitag zündeten bisher unbekannte Täter einen vermutlich illegalen Böller an der Scheibe des israelischen Restaurants „Eclipse“ in der Maxvorstadt. Zum Glück nach Geschäftsschluss. So blieb es bei zwei jeweils etwa einen Quadratmeter großen Löchern im Glas. Am nächsten Tag deckte der Betreiber sie provisorisch ab und öffnete wieder. Münchens Staatsanwaltschaft geht von einem antisemitischen Motiv aus.
Die Attacke gegen das bekannte Lokal erschüttert die jüdische Gemeinde Münchens – denn bisher galt die bayerische Landeshauptstadt als relativ sicherer Ort für Juden. Zwar gab es im März 2025 schon einen Anschlag auf das israelische Generalkonsulat und das NS-Dokumentationszentrum in der Brienner Straße: Damals feuerte ein österreichischer Extremist mit einem Schweizer Repetiergewehr auf beide Gebäude, die Polizei tötete ihn später bei einem Schusswechsel. Aber von Zuständen wie in Berlin ist man an der Isar weit entfernt, auch nach dem „Eclipse“-Anschlag. Unmittelbar danach kamen viele Münchner zusammen, um dem Restaurantbetreiber Mut zu machen.
Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Kundgebungen gegen Israel. Er richtet sich immer häufiger gegen Juden, die in Deutschland leben. Laut „Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) kam es 2024 nur in Berlin zu 2521 antisemitischen Vorfällen, davon 99 Sachbeschädigungen, 46 Bedrohungen, 53 tätliche Angriffe, und hier wiederum zwei Fälle extremer Gewalt. Im vergangenen Jahr stach ein abgelehnter syrischer Asylbewerber und IS-Anhänger auf einen spanischen Touristen im Stelenfeld des Berliner Holocaust-mahnmals ein, weil er ihn für einen Juden hielt. Das Opfer überlebte nur dank günstiger Umstände. Im Berliner Stadtzentrum konnte Ende 2025 ein jüdisches Restaurant wegen eines antisemitischen Mobs nicht wie geplant eröffnen.
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