Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges sind die Spritpreise in Deutschland im Tagesvergleich wieder leicht gefallen. Nach Angaben des ADAC kostete Superbenzin der Sorte E10 am Mittwoch im Schnitt 3,4 Cent weniger, Diesel sogar 5,4 Cent weniger als am Vortag. Trotzdem liegen die Preise weiterhin deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Die kleine Entspannung scheint ohnehin fragil: Fast zeitgleich wird die Straße von Hormus im Iran-Krieg zum militärischen Brennpunkt – und der Ölpreis knackt die 100-Dollar-Marke.
Wie schnell sich die Lage weiter zuspitzen kann, zeigt ein aktueller Vorfall vor der irakischen Küste. Nahe der Hafenstadt Basra gerieten in der Nacht auf Donnerstag die Öltanker „Zefyros“ (unter maltesischer Flagge) und „Safesea Vishnu“ (Marshall-Inseln) in Flammen.
Mindestens ein Mensch kam ums Leben, 38 Besatzungsmitglieder wurden laut irakischer Regierung gerettet. Die Schiffe sollen von kleinen iranischen Sprengstoffbooten getroffen worden sein. Laut der Schiff-Tracking-Website Tankertrackers könnten die Tanker zusammen bis zu 400.000 Barrel Rohöl geladen gehabt haben.
Und die Angriffe auf die Schifffahrt im Golf weiten sich aus. Die Straße von Hormus gilt inzwischen als nahezu blockiert – und damit entfällt eine der wichtigsten Energierouten der Welt. Durch die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman werden rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasaufkommens transportiert.
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