Während die US-Streitkräfte mit den Israelis die Kampfkraft der Iraner stetig schwächen, ist die Operation „Gewaltiger Zorn“ daheim umstritten. Viele Amerikaner befürchten einen langen Krieg, der sie wirtschaftlich hart trifft. Donald Trumps Ankündigungen klangen zuletzt vorsichtiger als zu Beginn des Krieges.
Militärisch läuft es „rund“ für die Amerikaner und mit ihnen verbündeten Israelis. Nach elf Tagen Krieg sind die iranische Marine versenkt, die Luftwaffe zerstört, die Luftabwehrsysteme ausgeschaltet, Radar- und Kommunikationssysteme pulverisiert und die politische und militärische Führung schwer dezimiert worden. „Wir könnten es jetzt schon einen enormen Erfolg nennen“, bilanzierte Donald Trump. „Ich könnte es so nennen – oder wir könnten weitergehen, und wir werden weitergehen.“Verteidigungs- bzw. Kriegsminister Pete Hegseth stieß ins gleiche Horn. „Wir sind bereit, so weit zu gehen, wie es nötig ist, um erfolgreich zu sein“, sagte Hegseth in einem Interview von CBS News für die Sendung „60 Minutes“, das am Sonntagabend ausgestrahlt wurde. „Wir behalten uns dieses Recht vor. Es wäre völlig unklug, wenn wir uns nicht das Recht vorbehalten würden, jede mögliche Option zu ergreifen – ob sie nun Bodentruppen umfasst oder nicht.“
„Nicht nachlassen, bis der Feind vollständig und endgültig besiegt ist“: Kriegsminister Pete Hegseth zeigt sich entschlossen.
Sollte eine Entscheidung über den Einsatz von Bodentruppen getroffen werden, werde man dies nicht mit der Presse teilen, meinte Hegseth: „Präsident Trump weiß – und ich weiß –, dass man dem Feind, der Presse oder irgendjemandem nicht sagt, wo die eigenen Grenzen bei einer Operation liegen.“ Er werde dem Feind nicht mitteilen, ob der militärische Angriff vier bis sechs Wochen oder länger dauern werde. Ohnehin habe Präsident Trump recht, wenn er sage, dass es Opfer gebe. Krieg fordere immer Opfer. „Aber das schwächt uns kein bisschen. Es stärkt vielmehr unser Rückgrat und unsere Entschlossenheit zu sagen: Das ist ein Kampf, den wir zu Ende führen werden.“
Es sind jedoch nicht die Opfer – bisher sieben getötete Soldaten, vergleichsweise wenige –, die den Amerikanern Sorge bereiten. Nach aktuellen Umfragen lehnt eine Mehrheit derzeit den Krieg ab. Das liegt nicht nur am Versäumnis der Trump-Regierung, die Bevölkerung auf den Krieg im Iran vorzubereiten (was dem Überraschungsmoment für die Mullahs und der Gelegenheit zum Enthauptungsschlag geschuldet war).
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