Als die Schildbürger die Wehrpflicht wieder einführten

vor 11 Monaten

Als die Schildbürger die Wehrpflicht wieder einführten
Bildquelle: Tichys Einblick

Obwohl die kleine Stadt Schilda früher eine ganz ansehnliche Streitmacht besaß, wurde die allgemeine Wehrpflicht von einer früheren Bürgermeisterin abgeschafft, weil sie nach einer langen Friedenszeit der Meinung war, die Gegend damit noch ein Stückchen friedlicher zu machen. Außerdem, so meinte die schlaue Regierende damals, werde das ja erstmal nur zur „Probe“ gemacht. Es dürfe da „keine Denkverbote geben“.

Da im Nachbarland des Nachbarlandes nun aber Krieg herrschte und auch sonst die Dinge nicht zum Besten standen, beschlossen die Schildbürger, eine Wehrpflicht wiedereinzuführen. Eine ganz besonders gerechte und wirksame neue Wehrpflicht sollte es sein, jene mit bösen Absichten künftig abzuschrecken. Da ihr Ratsherr für Kriegerisches, wie er beteuerte, nun schon seit drei Jahren daran gearbeitet hatte, erhoffte man sich in Schilda ein besonders schlaues Wehrpflichtgesetz. Freiwillig sollte die nicht sein, weil sich da zu viele Männer im passenden Alter in die Büsche schlügen. Aber vor einer echten Pflicht wollten viele Ratsherren dann doch nichts wissen. Es mehrten sich die Stimmen, die fragten, was man denn tun wolle, wenn nicht genügend Spieße und Helme für alle neuen Kriegsknechte da wären, und was tun, wenn einige gegen ihre Einberufung rebellisch würden? Wie sollten die Offiziere einen solchen Haufen noch in die Schlacht führen? Uneins war man sich auch, ob denn die Frauen ebenso wie die Männer unfreiwillig zu Soldaten gemacht werden sollten.

Die Schildbürger mussten gar nicht lange nachdenken, um die Lösung zu finden. „Ei“, sagte einer von ihnen, Frauen sind doch genauso stark und mutig wie Männer. Und wenn wir ihnen nur reichlich Geld und Gut versprechen, so werden sie uns schon verteidigen wollen. Ein treffliches Reittier für jeden Soldaten und 2.000 Stücke Kupfer jeden Monat als Landsknechtslohn mag doch genug sein.

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