Immerhin: Man hat sich etwas gefangen. So krasse Peinlichkeiten wie letzte Woche bietet die fast schon berüchtigte Sendung „Die 100“ diesmal nicht. Das heißt aber nicht, dass die Macher deshalb direkt einen guten Job gemacht hätten. Eine neue Fragestellung und alte Probleme prägen die Sendung.
„Ist Deutschland zu woke?“, fragt die ARD in Person von Ralph Caspers und Linda Zervakis am Montagabend. So wirklich ernsthaft wird dieser Frage aber auf keiner Ebene begegnet – durch die Studiogäste zwar schon, aber nicht durch die Sendung selbst. Im Gegenteil: Wieder werden durchaus interessante oder aufschlussreiche Gespräche zwischen Teilnehmern von einer Art Karnevalsveranstaltung eingerahmt und übertönt.
Das geht los bei den Sombreros, die Zervakis zum Einstieg verteilt – ein Symbol für „kulturelle Aneignung“ – und endet dort noch lange nicht. Glaubt man im Ersten wirklich, die Fernsehzuschauer mit solchen Kinder-Animateur-Methoden „mitnehmen“ zu müssen? Daran schließt sich dann eine Kostümshow an, bei der die Teilnehmer bewerten müssen, welche Faschingsoutfits noch okay oder eben nicht mehr okay sind: Was ist mit der Chinesin? Was mit dem Scheich? Die sexy Krankenschwester? Das Indianerkostüm?
Am Ende sagen die Zuschauer: Der Scheich ist am problematischsten, der Indianer fast am wenigsten. Was sagt uns das? Nicht sonderlich viel. Das Ergebnis wird auch nicht weiter beachtet.
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