Immer mehr deutsche Brauereien machen dicht. Besonders stark betroffen sind Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Dort trifft es vor allem kleine, familiengeführte Häuser, die den gestiegenen Kosten nicht mehr standhalten können. Jetzt schlagen auch die Großen Alarm. „Die Brauereien werden wie Fliegen von der Wand fallen“, so Oettinger-Chef Stefan Blaschak in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen, „bei den Kleinen sehen wir fast täglich Insolvenzen – es wird auch die Großen treffen.“
Die deutsche Brauwirtschaft gerät ins Straucheln. Jahrhundertealte Familienbetriebe, einst fester Bestandteil regionaler Identität, müssen ihre Tore schließen. Der Deutsche Brauer-Bund spricht von einer „nie dagewesenen Krise“ und warnt vor einem schleichenden Ausbluten einer traditionsreichen Branche. Blaschak spricht von einem Erdrutsch und schließt eine Produktionsstätte in Braunschweig.
Der Bierabsatz in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent oder 262 Millionen Liter auf rund 3,9 Milliarden Liter gesunken. Das sind rund 3 Millionen Dosen Bier weniger pro Tag. „In Deutschland ist wie in vielen Ländern Europas der Bierkonsum deutlich rückläufig. Dies hat zum einen demografische Gründe. Zum anderen bekommen die Brauereien weiterhin die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, vor kurzem.
Laut Statistischem Bundesamt sank die Zahl der Brauereien im Jahr 2024 auf nur noch 1.459 Betriebe – das sind 52 weniger als im Jahr zuvor. In den vergangenen fünf Jahren mussten insgesamt 93 Brauereien aufgeben, ein Rückgang um sechs Prozent.
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