„Akt der Notwehr“: Die perfide Rechtfertigung des Anschlags auf Berlins Stromversorgung

vor 6 Monaten

„Akt der Notwehr“: Die perfide Rechtfertigung des Anschlags auf Berlins Stromversorgung
Bildquelle: Apollo News

Mit dem heute veröffentlichten Bekennerschreiben hat sich die linksextremistische „Vulkangruppe“ nicht nur zum großflächigen Stromausfall im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf und damit zu einem schweren Anschlag auf kritische Infrastruktur bekannt, sondern zugleich ein ideologisches Selbstporträt geliefert. In dem via knack[punkt] news publizierten Text bezeichnen die Täter den Brandanschlag auf Kabel des Gaskraftwerks Lichterfelde als „gemeinwohlorientierte Aktion“ und als „Akt der Notwehr“. Der Titel des Rechtfertigungsschreibens: „Fossile Kraftwerke abschalten ist Handarbeit. Nur Mut. Militante Neujahrgrüße“. Darin liefern sie eine Mischung aus politischem Sendungsbewusstsein, moralischer Selbstüberhöhung und Zynismus.

Die linksextremistische Vulkangruppe, die seit 2011 Brandanschläge auf Kabelschächte sowie Strom- und Datenleitungen in Berlin und Brandenburg begeht, erklärt offen: „Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert“ und nimmt dabei die Stromausfälle in Kauf, die seitdem Zehntausende Haushalte, Betriebe, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen betreffen. Zwar behaupten die Täter, Stromausfälle seien „nicht Ziel der Aktion“ gewesen, sondern allein die „fossile Energiewirtschaft“. Doch schon im nächsten Atemzug relativieren sie die Folgen für die Betroffenen: Bei weniger wohlhabenden Menschen entschuldige man sich, „bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen“. Der gesellschaftliche Schaden wird hier nicht bestritten, sondern nach sozialem Status sortiert und moralisch bewertet.

Zentraler ideologischer Dreh- und Angelpunkt des Schreibens ist der Versuch, Sabotage als Dienst am Gemeinwohl umzudeuten. Die Gruppe spricht von einer „gesellschaftlich sinnvollen“ Tat, mit der man „die Ausbeutung der Erde unterbrechen“ und angeblich sogar „CO₂-Tote verhindern“ wolle. Vor dem Hintergrund der eigenen Weltanschauung wird der Anschlag in einer atemberaubenden und kaum mehr nachvollziehbaren gedanklichen Konstruktion zu einem „Akt der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen“ verklärt. Gleichwohl bleibt völlig unklar, wie Menschen im „globalen Süden“ von einem tagelangen Blackout in Berlin profitieren sollen.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Apollo News

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Apollo News zu lesen.

Weitere Artikel