US-Schlag gegen den Iran: Die AfD zwischen geopolitischer Einfältigkeit, Opportunismus und Ressentiment

vor 4 Monaten

US-Schlag gegen den Iran: Die AfD zwischen geopolitischer Einfältigkeit, Opportunismus und Ressentiment
Bildquelle: NiUS

Als Donald Trump im Januar 2025 sein Amt als US-Präsident antrat, war damit nicht nur in den USA, sondern im gesamten Westen eine Hoffnung verknüpft: die Hoffnung darauf, dass es eine visionäre Alternative gäbe zum marxistisch geprägten Denken, das die vermeintliche Mitte gekapert hat; einen Gegenentwurf zum linken Gesellschafts- und Menschenbild, der sich nicht in Klischees eines altbackenen Konservatismus erschöpft, sondern nach vorn weist.

Ein gutes Jahr nach Trumps Amtsantritt muss man konstatieren, dass sich diese Hoffnung in fast allen Ländern des Westens innerhalb der Rechten erfüllt hat – außer in Deutschland.

Davon zeugen in diesen Tagen die internationalen Reaktionen auf den Schlag der Amerikaner gegen das iranische Terror-Regime: „Der islamische Teufel ist gestorben“, jubelte der niederländische Rechts-Politiker Geert Wilders nach der Ermordung Ajatollah Khameneis. Den USA und Israel hatte er zuvor zugerufen: „Schlagt hart gegen die Mullahs zu!“ Nigel Farage, Chef von „Reform UK“, kritisierte den britischen Ministerpräsidenten Keir Starmer gar dafür, dass dieser mit Verweis auf das Völkerrecht den USA die Nutzung eines Stützpunkts verweigert hatte.

In Deutschland hingegen ist sich die Spitze der AfD nicht einmal für die abgetragenen Floskeln der grünen Ex-Außenministerin Annalena Baerbock zu schade: „Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden“, erklärten Alice Weidel und Tino Chrupalla am Samstag in einem Statement. „Mit großer Sorge haben wir die Angriffe Israels und der USA auf den Iran zur Kenntnis genommen. Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf.“ Die „erneute Destabilisierung des Nahen Ostens“ liege nicht im deutschen Interesse und müsse beendet werden.

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