Wirkungstreffer Weidel.
Immer wieder arbeitete sich Kanzler Friedrich Merz (CDU) in der Generaldebatte des Bundestags an AfD-Chefin Alice Weidel ab, die den Redereigen am Mittwoch eröffnet hatte. Souveränität sieht anders aus. Während Angela Merkel (CDU) die Anwürfe der Opposition einst notorisch ignorierte, konnte oder wollte Merz die Attacken der AfD nicht auf sich sitzen lassen. Er griff an, wies Vorwürfe zurück und versuchte immer wieder zu beweisen, dass er besser sei als das vermeintliche „Zerrbild“, das die Oppositionsführerin von ihm zeichnete.
In der hitzigen Arena des Bundestags gleicht Merz einem Seiltänzer, der zwischen Angriff und Zurückhaltung schwankt. Seine Emotionen sind Flammen, die ihn antreiben – doch drohen sie, ihn zu verzehren. Wo Kühle die Macht bewahrt, lässt er das Herz sprechen. Ein mutiger Akt, der Stärke zeigt, aber auch die Gefahr birgt, sich selbst zu entblößen.Das ist grundsätzlich völlig in Ordnung, widerspricht jedoch der sonst üblichen „Brandmauer“-Haltung, die auf Ausgrenzung und Unberührbarkeit der AfD abzielt. Wer eine politische Kraft für nichtig erklären will, aber jeden Ball von dieser Seite aufnimmt, führt sich selbst ad absurdum. Vertraute sagen, Merz fehle die kühle, berechnende Ruhe. Diese emotionale Seite könne seine größte Stärke sein – und zugleich seine größte Schwäche.
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