Arbeit sollte sich wieder mehr lohnen. So lautet seit Monaten das Versprechen der schwarz-roten Koalition. Doch die Realität sieht anders aus: In Deutschland ist die Belastung von Arbeitnehmern im Jahr 2025 erneut gestiegen – und zwar stärker als in den meisten anderen Industrieländern. Das zeigt die neue OECD-Studie „Taxing Wages“. Ausgerechnet unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) klettert die Abgabenlast damit weiter nach oben. Darüber berichtet die Welt.
Besonders deutlich wird das bei ledigen Arbeitnehmern ohne Kinder. Für diesen Modellfall stieg die Belastung in Deutschland binnen eines Jahres um 1,34 Prozentpunkte. Innerhalb der OECD legten nur Großbritannien und Estland noch stärker zu. Deutschland bleibt damit eines der Länder, in denen der Staat beim Faktor Arbeit besonders kräftig zugreift.
Entscheidend ist dabei der sogenannte Steuerkeil. Er beschreibt die Lücke zwischen den gesamten Kosten, die ein Arbeitgeber für einen Beschäftigten aufbringen muss, und dem Betrag, der dem Arbeitnehmer am Ende netto bleibt. Für ledige Arbeitnehmer ohne Kinder liegt dieser Wert in Deutschland 2025 bei 49,3 Prozent. Anders gesagt: Von jedem Euro, den ein Unternehmen für einen solchen Beschäftigten ausgibt, landet fast die Hälfte bei Staat und Sozialversicherungen. Nur Belgien weist mit 52,5 Prozent noch einen höheren Wert auf. Der OECD-Durchschnitt liegt dagegen bei lediglich 35,1 Prozent.
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