Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen unterstützt die Idee, Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen vor Besuch einer Regelklasse in verpflichtende Vorschul-Deutschkurse zu schicken. Das ergeben Zahlen des „Common Sense Index Deutschland“, erhoben vom Schweizer Medienunternehmen MediaTenor. Demnach sind 85 Prozent für die zuletzt diskutierte Idee, Kinder ohne genügend Sicherheit in der deutschen Sprache nicht in Regelschulen zu schicken.
Bundesbildungsministerin Karin Prien hatte dies im Sommer gefordert – und war attackiert worden. „Es entspricht nicht unserem Menschenbild, die Kinder dafür verantwortlich zu machen, mehr Unterstützung zu benötigen“, empörte sich der Verband Bildung und Erziehung, Vertretung der Lehrer im Deutschen Beamtenbund. Die Bundesschülerkonferenz sah in Priens Vorschlag ein „gefährliches Signal für Ausgrenzung und Rassismus“; auch die Zeitung taz attestierte der Ministerin, sie würde „Rassismus“ schüren.
In der Bevölkerung gibt es für diesen Vorstoß jedoch eine klare Mehrheit – und nicht nur dafür. Der „Common Sense Index“ zeigt auch klare Mehrheiten in anderen kontrovers diskutierten Fragen. So sprechen sich 55 Prozent der Deutschen für eine Reaktivierung der allgemeinen Wehrpflicht aus. Auch in der Diskussion rund um den Sozialstaat und die steigenden Kosten hat die Erhebung von MediaTenor eine klare Botschaft: Der These „Sozialabgaben kürzen, um die Wirtschaft zu entlasten“ stimmt eine knappe Mehrheit von 51,7 Prozent zu.
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