Immer mehr Menschen in Deutschland haben den Eindruck, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können. Das zeigt der neue Common Sense Index, den das Meinungsforschungsinstitut Mentefactum im Auftrag des Schweizer Unternehmens Media Tenor erstellt hat und der der Welt vorliegt. Demnach stimmen nur 43 Prozent der Befragten der Aussage zu, in Deutschland könne man seine Meinung frei sagen, während 57 Prozent finden, man solle sich besser zurückhalten.
Das Gefühl eingeschränkter Meinungsfreiheit findet sich über alle Alters- und Bildungsschichten hinweg, variiert aber deutlich nach Parteipräferenz: 85 Prozent der Grünen-Anhänger glauben, ihre Meinung frei äußern zu können, wohingegen 89 Prozent der AfD-Unterstützer eher Vorsicht für geboten halten.
Die Ergebnisse fügen sich in einen längerfristigen Trend, der bereits in mehreren Studien sichtbar wurde. So kam auch eine aktuelle Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag der FDP-nahen Friedrich‑Naumann‑Stiftung zu ähnlichen Ergebnissen: 60 Prozent der Befragten gaben dort an, sie äußerten sich zurückhaltender, weil sie negative Reaktionen befürchteten.
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