In der fünften Woche beginnt das Herz eines Kindes zu schlagen. In Norwegen darf eine Mutter ihr Kind bald bis zur 18. Woche abtreiben lassen. So beschloss es im Dezember das norwegische Parlament. In der 18. Woche kann das Kind lächeln, mit der Stirn runzeln, die Hände zu Fäusten ballen – und seine Fingerabdrücke entwickeln sich in dieser Zeit: Polizeiliche Ermittlungen würden hier also zu einem zweifelsfrei identifizierbaren Individuum führen; Abtreibungsgbefürworter wollen hingegen daran festhalten, dass es sich lediglich um „Gewebe“ handelt.
Bereits im Frühjahr hatte Frankreich ein Recht auf Abtreibung in der Verfassung verankert – eine Epoche machende Entscheidung, die die Weichen stellte: Zum Ende des Jahres 2024 nun wurde das Recht auf Leben europaweit in die Zange genommen, vom Lebensanfang und von seinem Ende her.
Eine fatale Entwicklung, die ein Schlaglicht wirft auf den Zustand der europäischen Gesellschaften. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes lebensmüde: Wer im eigenen Leben wenig Sinn erkennt, der steht auch dem Leben des anderen desinteressiert gegenüber. Wer den Sinn des Lebens einzig in Hedonismus und Egoismus zu finden meint, der muss geradezu zwangsläufig davon ausgehen, dass Menschen, die noch nicht oder nicht mehr hedonistisch und egoistisch agieren können, wertlos sein müssen.
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