„120 bis 150 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr“: Deutschland rast in die Schuldenspirale

vor 3 Monaten

„120 bis 150 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr“: Deutschland rast in die Schuldenspirale
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Finanzfachleute beurteilen den deutlichen Anstieg der Renditen deutscher Staatsanleihen seit Beginn des Iran-Kriegs zunehmend mit Sorge. Zwar sei der bisherige Anstieg noch verkraftbar, erklärte der Ökonom Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Montag gegenüber Reuters, auf mittlere Sicht könne dies für den Bundeshaushalt aber zu einem enormen Problem werden.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt mit mehr als drei Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit 2011. Vor Ausbruch des Konflikts hatte der Satz bei etwa 2,7 Prozent gelegen. Laut Heinemann bedeutet dieser Anstieg „rechnerisch“ eine zusätzliche Belastung von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für den Bund. Dieser plant, 2026 durch die Ausgabe von Bundeswertpapieren insgesamt 512 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufzunehmen.

Gleichzeitig warnte der ZEW-Experte vor den längerfristigen Folgen steigender Zinsen: „Dennoch ist der Anstieg der Renditen brisant.“ Bundesanleihen hätten in früheren Krisen als sicherer Hafen gegolten und eher Kursgewinne verzeichnet; „dies gilt nicht länger“. Heute nähmen Investoren offenbar höhere Risikoprämien auch bei deutschen Papieren in Kauf – ein Hinweis auf einen Vertrauensverlust. „Auf Dauer könnten die Kosten daher sehr viel höher sein“, sagte Heinemann mit Blick auf die Gesamtverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden von rund drei Billionen Euro.

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